AWS re:Invent 2016: Preisreduzierung, neue Instanztypen, DDoS Schutz und ein Schneemobil

Über 30.000 Teilnehmer besuchten Ende November die alljährliche Hausmesse von Amazon Web Services in Las Vegas. Über mehrere Tage verteilt präsentierte der Public Cloud Anbieter neue Dienste und Funktionen. Hier sind die für den Online-Bereich interessantesten Neuerungen.

AWS reduziert Preise für Compute (EC2) um bis zu 25%

Genau genommen ist dies keine Neuigkeit von der re:Invent 2016. Aus der lang erwarteten nächsten Preisreduzierung für C4, M4 und T2 Instanzen machte AWS keine große Sache: Die Ankündigung erfolgte Mitte November und ist seit dem 01.12.2016 automatisch für alle Kunden aktiv. Vor allem bei größeren Instanztypen im On-Demand Modell lassen sich nun Einsparungen bis zu 25% gegenüber den bisherigen Preisen realisieren. Wenn AWS seinem Vorgehen treu bleibt, wird dies nicht die letzte Preissenkung gewesen sein.

Neue EC2 Instanztypen

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Ankündigung neuer Instanztypen auf der AWS re:Invent 2016

AWS kündigte auf der re:Invent eine Reihe neuer Instanztypen an. So erweitert AWS das vor allem bei Web-Servern und Datenbanken beliebte Einstiegs-Modell t2 um zwei neue stärkere Modelle: t2.xlarge mit 16 GB RAM und 4 vCPU sowie t2.2xlarge mit 32 GB RAM und 8 vCPU. Diese Typen sind aktuell auch schon u.a. in Frankfurt / Deutschland verfügbar.

Angekündigt wurde weiterhin die gänzlich neue rechenstarke Instanzgruppe C5, welche die aktuell bei den C4 Instanzen genutzten Intel Haswell Prozessoren durch Intel Skylake Prozessoren ersetzen soll. Vereinfacht gesagt: Mehr Rechenleistung für den Web-Server! Es soll den C5 in sechs verschiedenen Größen geben. Weiterhin sind eine größere Anzahl an vCPU als bei den C4 und vor allem ein höherer Durchsatz in Richtung EBS (Elastic Block Storage) vorgesehen.

Virtual Private Server (VPS) von AWS

Mit Lightsail bietet Amazon Web Services nun eine eigene Virtual Private Server (VPS) Lösung an, die sich vor allem an Entwickler richtet. Mit wenigen Klicks ist es möglich, sich einen vollständig einsatzbereiten virtuellen Server mit Linux, Entwickler-Werkzeugen (LAMP) oder gleich einer vorinstallierten Applikation (Magento, WordPress, Node.js) zusammenzustellen. AWS verbindet hierbei die einzelnen Komponenten wie EC2, elastische IP, Sicherheitsgruppen etc. zu einem Einstiegsangebot ab $5 pro Monat. Somit ist es nun möglich, ohne Umwege über Anbieter wie Hosteurope, Domainfactory oder Digital Ocean, einfach und schnell in der AWS Welt loszulegen.

Schutz gegen DDoS Attacken

DDoS Attacken sind weit mehr als nur ein Ärgernis, wie sich kürzlich bei den Angriffen auf Dyn gezeigt hat. Diese Attacke sorgte auch für massive Störungen bei Twitter, Netflix, Paypal und Spotify. AWS bietet nun mit AWS Shield eine “Managed DDoS Protection” kostenfrei an. Dieser DDoS Schutz wirkt bei Applikationen, die sich hinter dem AWS Loadbalancer (ELB), AWS CDN (Cloudfront) oder AWS DNS (Route 53) befinden, was bei root360 standardmäßig der Fall ist. Wer einen weitergehenden Schutz benötigt, kann eine Premium-Version des Dienstes buchen, die u.a. eine Cost Protection und 24/7 Zugriff auf AWS DDoS Experten beinhaltet.

Snowmobile – der AWS Daten-LKW

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Der AWS Daten-LKW auf der re:Invent 2016

Auf den ersten Blick mag es wie ein gut geplanter Marketing-Stunt ausgesehen haben, auf den zweiten Blick offenbarte sich ein 45-fuß-Schiffscontainer plus Truck, der bis zu 100 Petabytes (entspricht 100 Millionen Gigabyte) an Daten aufnehmen kann. Der Hintergrund des “Snowmobile” ist einfach zu erklären: Wenn Unternehmen sehr große Datenmengen in die AWS Cloud bewegen wollen, ist der physische Transport der Daten oft schneller, als der Transport über Datenleitungen. Der Name “Snowmobile” leitet sich übrigens von “Snowball” ab, einem überdimensionierten Koffer mit Netzwerkanschluss und Festplatten mit einer Gesamtkapazität von bis zu 100 Terabyte. Die Koffer verwenden ein manipulationshemmendes Gehäuse, 256-Bit-Verschlüsselung und ein Trusted Platform Module (TPM) gemäß Branchenstandard.

Hybrid Cloud mit VMware, DevOps Tools und und und …

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AWS re:Invent 2016 in Las Vegas

“Weiteres” konnte man in Hülle und Fülle finden: Da waren zum einen die diversen neuen Tools für DevOps. Dann gab es noch den Auftritt des VMware CEO, um die neue Partnerschaft mit AWS zu feiern. Zukünftig soll es möglich sein, die VMware Cloud auf AWS Infrastruktur nutzen zu können, wodurch hybride Umgebungen mit VMware einfacher umgesetzt werden können. Hinzu kamen unzählige Ankündigungen im Bereich Datenbanken, Künstliche Intelligenz (KI), Spracherkennung oder Internet of Things (IoT). Wer genügend Sitzfleisch mitbringt, kann sich die Keynotes und andere Aufzeichnungen im öffentlichen Youtube-Channel von AWS nachträglich ansehen.

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