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AWS re:Invent 2017: Kubernetes Cluster, Serverless Database, viel KI und eine Cloud-IDE

Auf der diesjährigen Hausmesse von Amazon Web Services (AWS) versammelten sich Ende November 43.000 Teilnehmer in Las Vegas. AWS präsentierte auf der re:Invent 2017 eine äußerst umfangreiche Anzahl an Neuerungen und Verbesserungen. Wir haben auch dieses Jahr wieder die spannendsten Neuigkeiten für Container-Services, Computing, Datenbanken, IoT, KI/Deep-Learning und Sicherheit zusammengestellt.

Container-Services

AWS re:invent Zusammenfassung

Gleich zu Beginn präsentierte AWS mit dem Amazon Elastic Container Service for Kubernetes (EKS) einen hochverfügbaren und skalierbaren Managed Kubernetes Cluster. Dieser soll mit wenigen Klicks einsatzbereit sein und viele Aufgaben für Setup und Management von Kubernetes Clustern stark vereinfachen.

Mit AWS Fargate wurde darüber hinaus eine Lösung für die Nutzung und Orchestrierung von (Docker)-Containern ganz ohne Setup und Management einer Infrastruktur angekündigt.

Computing

T2-Instanzen von AWS basieren auf darauf, dass z.B. Web-Server oder Datenbanken nicht immer gleich ausgelastet sind. Wenn bei T2-Instanzen zu viel CPU-Power konsumiert wird, muss diese zu einer anderen Zeit “eingespart” werden. Mit T2 Unlimited führt AWS eine Option ein, durch die auch bei zeitlich überproportionaler Auslastung immer ausreichend CPU-Power zur Verfügung gestellt wird. Die Abrechnung erfolgt natürlich “on demand”.

Mit Spot-Instances lässt sich bekanntlich viel Geld sparen, jedoch ist das Handling anspruchsvoll. Hierfür verspricht AWS bei der diesjährigen re:Invent etwas Linderung: Die Bereitstellung wird vereinfacht, das Preismodell geglättet und “Instance Hibernation” eingeführt. Durch letzteres soll der aktuelle Speicherinhalt auf die Festplatte geschrieben und damit der Neustart von Instanzen vereinfacht werden.

Mit den M5-Instanzen führt AWS eine neue Generation von “General-Purpose” EC2 Typen ein. Sie nutzen Intel Xeon Platinum Prozessoren mit 2.5 GHz, versprechen ein optimiertes Preis/Leistungs-Verhältnis und eine bessere Netzwerk- und Speicherleistung.

Ebenfalls wurden Bare Metal Instanzen (I3.Metal) angekündigt, die einen direkten Zugriff auf reine AWS-Hardware ermöglichen. Diese Instanztypen können z.B. bei nativer Nutzung von VMWare auf AWS, bei besonders hohen Anforderungen an Performance oder speziellen Software-Lizenzen eingesetzt werden.

Datenbanken

AWS re:Invent ZUsammenfassung Datenbanken

Amazon kündigte mit Amazon Aurora Serverless eine automatisch skalierende Variante ihres MySQL- und PostgreSQL-kompatiblen Erfolgsmodells AWS Aurora an. War es bisher noch nötig, den Instanz-Typ der Datenbank vorher auszuwählen, soll dies zukünftig auch noch wegfallen und die Nutzung vollständig nach Bedarf erfolgen. Wir sind auf jeden Fall äußerst gespannt, wie sich dieser Dienst auf das v.a. bei Online-Shops (Magento, Shopware, etc.) bekannte Bottleneck “relationale Datenbank” auswirken wird. Die Lösung soll im ersten Halbjahr 2018 für MySQL verfügbar sein.

Mit AWS Aurora Multi-Master soll es zukünftig möglich sein, Datenbanken verteilt in mehreren Availability Zones schreiben zu lassen. Hiermit soll Aurora Multi-Master neben einer höheren Schreibperformance vor allem eine “Zero Downtime” ermöglichen. Es wurde ein fast noch interessanterer Ausblick für nächstes Jahr gegeben: Aurora Multi-Master zwischen globalen AWS Regionen. Hier darf dann gern der Fantasie freien Lauf gelassen werden …

Neben der Verbesserung von Aurora kündigte AWS die Graph-Datenbank Amazon Neptune an. Graph Datenbanken können für Applikationen eingesetzt werden, die Verbindungen zwischen vielen unterschiedlichen Eigenschaften herstellen sollen, wie z.B. bei sozialen Netzwerken. Neptune soll per SPARQL und Gremlin abgefragt werden können sowie Apache TinkerPop und W3C RDF unterstützen.

Mit DynamoDB hat AWS eine NoSQL-Datenbank im Programm. DynamoDB ist ab sofort als multiregionale Multimasterdatenbank verfügbar und ermöglicht damit eine schnelle, lokale Lese- und Schreibleistung für stark skalierte globale Anwendungen. Die Datenbank kann somit innerhalb von durch den Nutzer ausgewählten globalen AWS-Regionen ihre Daten replizieren, womit diese komplizierte Aufgabe nicht mehr durch eine separate Programmlogik erfolgen muss. Nebenbei erhöht sich durch DynamoDB Global Tables die Ausfallsicherheit, da die Datenbank über mehrere Regionen gespannt werden kann.

IoT

AWS kündigte einiges an Neuerungen im Bereich IoT an. So soll ein neuer Greengrass Dienst zukünftig das Deployment von Lernmodellen auf Geräte so vereinfachen, dass Entscheidungen auf den Geräten und ohne die Nutzung der Cloud möglich werden.

Weiterhin wurden IoT Device Management (Verwaltung von Geräten), IoT Analytics (Management und Analyse von gesammelten Daten) sowie der IoT Device Defender (Überwachung der Geräte und Alarmierung) vorgestellt.

KI/Deep-Learning

Erkennbar hatte sich AWS auf der diesjährigen re:Invent KI und Deep-Learning auf die Fahnen geschrieben. So richtet sich AWS mit einem Paket aus fünf Diensten sowie der Video-Kamera “DeepLens” insbesondere an Entwickler.

AWS DeepLens nutzt eine eingebaute Deep-Learning Funktion zur Erkennung von Bildmustern. Diese lassen sich durch den Nutzer trainieren, wie das Beispiel der Erkennung von Covern von Musikalben auf der re:Invent zeigte.

Amazon SageMaker ist ein neues Werkzeug für Entwickler, mit dem sich einfach Algorithmen für Machine-Learning-Modelle erstellen, trainieren und deployen lassen.

Amazon Transcribe, Amazon Translate, Amazon Comprehend und Amazon Rekognition Video ermöglichen Entwicklern die Nutzung von schlüsselfertigen Lösungen für Spracherkennung und Umsetzung, Übersetzung, Text-Sentiment-Erkennung sowie Video-Analyse in ihren Programmen – was ebenfalls eindrucksvoll in Las Vegas demonstriert wurde.

Sicherheit

Amazon GuardDuty (“Continuous Security Monitoring & Threat Detection”) überwacht kontinuierlich Datenströme wie Logfiles, analysiert diese und lernt automatisch. Stellt der Dienst Anomalien fest, so informiert er den Nutzer (z.B. per API). Darauf aufbauend können dann manuelle oder automatisierte Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

IDE für Cloud Native Development

re:Invent Cloud Native Development IDE root360

Es gäbe noch viel mehr Neues zu berichten: regionsübergreifendes VPC Peering oder Amazon MQ, ein Managed Message Broker Service für ActiveMQ.

Wir möchten aber eine andere letzte Neuigkeit vorstellen: Mit AWS Cloud9 bringt AWS eine IDE (Integrated Development Environment) mit “cloud native”-Ansatz auf den Markt. Cloud9 ist browserbasiert, unterstützt Sprachen wie Javascript, Python oder PHP, hat einen VIM-Mode und integriert “Serverless” Dienste von AWS. Letztere lassen sich mit Cloud9 sogar debuggen.

Wem das noch nicht an Informationen reicht, dem empfehlen wir den AWS Blog, indem alle News zu finden sind. Wer genug Zeit mitbringt kann sich außerdem auf dem offiziellen YouTube Kanal von Amazon Web Services  die kompletten Aufzeichnungen der re:Invent 2017 ansehen.

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