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Im Interview mit Morotai über “Die Höhle der Löwen” und ihre Erfahrungen mit der Amazon Cloud

Interview Morotai DHDL Woocommerce Cloud

Geschäftsführer Rafy Ahmed (r.) und CTO Andreas Maier (l.) von Morotai

Als junges Sportlabel trat unser Kunde Morotai 2017 vor die Jury aus „Die Höhle der Löwen“, um diese vor rund 3,2 Millionen Zuschauern von ihrer Sportmode zu begeistern. Im Interview mit Morotai-Gründer Rafy Ahmed, Morotai-CTO Andreas Maier und root360-Geschäftsführer Steffen Drya, haben wir über Morotai, die Zeit bei den Löwen und die Erfahrungen mit Amazon Web Services (AWS) gesprochen.

Euer Label verdankt seinen Namen einer indonesischen Insel, die durch einen japanischen Kämpfer bekannt geworden ist. Wie passt dieser kriegerische Aspekt mit eurer Geschäftsidee zusammen?

Rafy Ahmed (RA): Oftmals wird ein Krieger mit etwas Negativem assoziiert. Für uns steht er jedoch für Mut, Stärke, Ausdauer und für jemanden, der etwas erreichen will. Der japanische Soldat Nakamuro Teruo hatte im zweiten Weltkrieg als letzter verbleibender Krieger die Insel Morotai verteidigt. Dieser Kampfgeist hat uns inspiriert und genau diesen Aspekt möchten wir auch mit unserer Marke verkörpern, wenn es darum geht mehr aus sich selbst herauszuholen oder auch den inneren Schweinehund zu bekämpfen.

Interview Morotai Die Höhle der Löwen Cloud Hosting

Mit eurer puristischen Sportmode habt ihr die Investorin Dagmar Wöhrl überzeugt. Wie kam es zu eurer Bewerbung bei der Höhle der Löwen?

Andreas Maier (AM): Das war eine ziemlich spontane Geschichte. Rafy hatte gerade an seiner Bachelor-Arbeit geschrieben und kam zu uns ins Büro. Werner (Anm. d. Red. Morotai-Controller Werner Strauch) hat ihn angesprochen und gefragt, ob er sich nicht vorstellen könnte, beim Open Pitch für die Höhle-der-Löwen-Sendung in Düsseldorf teilzunehmen. Die Idee gefiel uns. Dass wir schlussendlich einen Löwen für uns gewinnen konnten, davon hätten wir nie zu träumen gewagt.

Bei TV-Formaten wie “Die Höhle der Löwen” brechen Websites und Shops regelmäßig durch extreme Lastspitzen während der Show zusammen. Wie kam es dazu gemeinsam mit root360 zu Amazon Web Services zu migrieren?

RA: Zwei von uns vier Gründern sind IT-ler. Deshalb war uns gleich von an Anfang an klar, dass wir mit unserem bisherigen Shop und Hosting eine Sendung wie DHDL nicht überleben würden. Wir haben daher sehr schnell mit der Analyse der möglichen Problemstellen begonnen und dann geschaut, was wir mit unserem WooCommerce Shop machen und wie wir ihn auf ein neues Niveau heben können.

AM: Für uns war erkennbar, dass wir unser Frontend leichtgewichtiger gestalten und auch beim Thema Anfragen an den Shop (Requests) optimieren müssen – vor allem für mobile Geräte. Neben der Optimierung des Shops benötigten wir aber noch ein hochskalierbares Hosting. Wir haben nach einer Lösung gesucht und sind in diesem Zusammenhang fast zwangsläufig auf Amazon Web Services gestoßen. Root360 als AWS-Hoster entdeckten wir durch einen Bericht zu SugarShape. Bei root360 hat uns der Fokus auf E-Commerce in Kombination mit AWS Management überzeugt.

Wie hat die Optimierung eures WooCommerce-Shops und der AWS Cloud konkret ausgesehen? Was waren besondere Herausforderungen und wie habt ihr diese gemeistert?

AM: Zu Beginn war es unser Ziel, die Abfragen je Seite von 150 Requests auf 30 bis 40 zu reduzieren. Also haben wir überlegt, wie man die Assets (Bilder, Javascript, CSS) mit weniger Anfragen abbilden kann. Das war dann leider nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Daher haben wir uns entschlossen, ein komplett neues Layout in CSS umzusetzen und den Shop frontendseitig radikal umzubauen. Die Frontend-Entwicklungen erfolgten bis kurz vor der Ausstrahlung der Sendung.
Zudem haben wir gemeinsam mit root360 mit Lasttests begonnen, um sicherzustellen, dass generell Seitenaufrufe und speziell die Bestellstrecke sauber auch unter hoher Last funktionieren. Durch die iterativen Lasttests konnten wir unperformante Stellen bzw. Plugins im Projekt identifizieren und entfernen. Wichtig war außerdem der Umzug zu AWS: Datenbank, Verzeichnisse und der PHP-Code mussten zügig auf eine skalierbare Infrastruktur migriert werden. Damit einher ging für uns eine technologische Weiterentwicklung, vor allem was die Funktionsweise von Cloud und Managed Services betrifft. Aber das kann euch Steffen besser erzählen.

Steffen Drya (SD): Wir haben für Morotai eine schon fast klassische Lösung für Cloud-Hosting mit ausreichend Reserven aufgesetzt, die aus Load Balancer, automatisch skalierenden Web-Servern. MySQL-Cluster, MemCached und einem Content Delivery Network (CDN) besteht. Insbesondere das CDN hat während der Sendung einen Großteil der Last abgefangen, indem es Seiteninhalte statisch ohne Web-Server ausgeliefert hat. Die Web-Server selbst konnten sich somit im Wesentlichen auf die Bestellabwicklung und die Bereitstellung von dynamischen Inhalten konzentrieren. Die Herausforderung bei dieser Lösung liegt vor allem in der Verbindung und Optimierung von Shop und Infrastruktur sowie die Optimierung des Fullpage-Cachings durch das CDN. Wie wir gesehen haben, ist dies bei Morotai richtig gut gelungen.

Wie lief es während der Sendung? Hat sich der Aufwand für die Optimierung und die Migration eures Shops zu AWS gelohnt?

RA: Ja definitiv. Wir haben die Sendung ohne Probleme überstanden.

AN: Die Auslastung lag bei unter 1%, trotz der ausgesprochen hohen Last. Die Peaks zur Sendezeit hat man deutlich gesehen – über 45.000 gleichzeitige Besucher – und wir waren so richtig froh bei AWS zu sein. Die zweite Ausstrahlung bei der Höhle der Löwen am 20.11.2017 mit knapp 70.000 gleichzeitigen Besuchern war dann fast ein Heimspiel für uns. Wir haben uns schnell an die neue Flexibilität gewöhnt und wollen sie keinesfalls wieder missen.

SD: Um mal ein paar Metriken in den Raum zu werfen: Wir haben während der ersten Ausstrahlung 30 Webserver “c4.2xlarge” mit 8 vCPU und 16 GB RAM, eine r3.4xlarge Datenbank (16 vCPU, 122 GB RAM) sowie m4.xlarge (4 vCPU, 16 GB RAM) ElastiCache (MemCached) eingesetzt. Für die zweite Ausstrahlung war das Setup fast identisch.

Welche abschließenden Tipps zur Vorbereitung würdet ihr neuen DHDL-Bewerbern mitgeben?

AM: Wir haben durch unseren Auftritt bei DHDL viele technische Erfahrungen sammeln können. Als Tipp können wir mitgeben: Wenn man mit Frameworks arbeitet, die nur schwer anzufassen sind, wird es schwierig mit der Optimierung. Neu schreiben ist da meist schneller als anpassen. Schließlich sollte man sich vor so einer Sendung auch schon frühzeitig Gedanken machen über Zugriffszahlen und worauf man optimieren will. Je mehr Fragen man sich im Vorfeld stellt, umso weniger Überraschungen gibt es dann.

SD: Es führen viele Wege durch die “Die Höhle der Löwen”. Unabhängig von der eingesetzten Hosting-Lösung sind Vorbereitung und enge Zusammenarbeit von Entwicklern bzw. Agentur mit einem spezialisierten Hosting-Partner das A und O. Damit steht und fällt das gewünschte Ergebnis. Startups sollten sich auf ihren großen Auftritt sehr gut vorbereiten und vor allem die technischen Herausforderungen bei Shop und Hosting nicht unterschätzen. Zu Guter Letzt helfen natürlich die flexiblen Ressourcen von Amazon Web Services dabei. Aber das wissen die Leser ja bereits :).

Vielen Dank für das Interview! Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg mit MOROTAI!

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