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Ab in die Wolken: Fünf Strategien für die Cloud-Migration

Wer sich für den Schritt in die Cloud und einen Public-Cloud-Anbieter entschieden hat, muss sich anschließend mit der Migration beschäftigen. Natürlich muss nicht sofort die komplette IT-Infrastruktur migriert werden. Beginne mit einer einfachen Applikation, um Erfahrungen zu sammeln. Mit diesem Know-How können später komplexere Anwendungen in Angriff genommen werden.

Da jede IT-Infrastruktur einzigartig ist, gibt es kein Universalvorgehen für die Cloud-Migration. AWS gibt aber mit seinen zwei Modellen: “The Five-Phase Migration Process” und “The 6 R’s” (basierend auf Gartners 5 R’s) eine grobe Richtschnur vor. Die Migrationsstrategien wurden bereits 2011 von Gartner definiert und später von Stephen Orban, Global Head of Enterprise Strategy AWS, präzisiert. Die Wahl der Migrationsstrategie ist entscheidend für die Projektdauer und die Kosten der Cloud-Migration.

Nachfolgend geben wir Ihnen einen Überblick über die “6 R’s” – und welche drei Strategien wir bei root360 in der Regel anwenden.

Rehost oder auch “Lift and Shift”

In diesem Fall wird eine Anwendung einfach in die Cloud “verschoben”. An der Architektur der Anwendung ändert sich nichts. Solche Migrationen empfehlen sich für Anwendungen mit variablen bzw. saisonalen Traffic, um von der Elastizität, also der Anpassung der Größe der Infrastruktur, zu profitieren. Häufig bietet sich es an, die Anwendung im Anschluss in der Cloud zu optimieren. Andernfalls ist es schwer, von allen Vorteilen zu profitieren und Kosten einzusparen.

Die Strategie in der Praxis

Für viele root360-Kunden ist diese Strategie der erste und schnellste Weg, um von den Vorteilen einer Cloud-Lösung zu profitieren. Oftmals handelt es sich um Online-Händler mit stark schwankenden Anforderungen an die Serverkapazität. Individuell entwickelte Applikationen setzen selten auf den “Lift and Shift”-Ansatz.

Ein Beispiel ist Zedaco, welche eine schnelle Lösung benötigte. Mit der Migration wurden die Lastprobleme gelöst und der Online-Shop gegen Hacker-Angriffe abgesichert.

Replatform oder auch “lift, tinker and shift”

Bei der Anwendung werden einige Optimierungen durchgeführt, aber der Kern bleibt bestehen. Die optimierte Applikation wird dann in die Cloud übertragen.

Die Strategie in der Praxis

Unser Kunde ibelsa.rooms, eine SaaS-Hotelsoftware, ist mit dieser Methode in die AWS-Cloud migriert. Es waren einige Änderungen wie z.B. beim Deployment-Prozess notwendig, um von einer besseren Performance zu profitieren. Zusätzlich wurde in einzelnen Bereichen der Code überarbeitet, so dass sich die Performance weiter verbesserte. Mehr zur Migration von ibelsa.rooms könnt ihr in unserem Kundeninterview nachlesen.

Ein weiteres typisches Beispiel aus dem E-Commerce ist unser Kunde Tigha. Er zog mit Shopware Enterprise in die AWS-Cloud. Dabei waren kleine Anpassungen im Online-Shop notwendig. Außerdem musste das Deployment vollständig auf eine neue Lösung umgestellt werden, um Autoscaling nutzen zu können.

In Vorbereitung auf die TV-Show “Die Höhle der Löwen” (DHDL) entschied sich Morotai mit seinem WooCommerce Shop für die AWS-Cloud. Um die Stabilität und Performance des Online-Shops während des Besucheransturms sicherzustellen, wurde ein komplett neues Layout in CSS umgesetzt[JF4] . Außerdem wurde die Datenbank, Verzeichnisse und PHP-Code auf eine skalierbare AWS-Infrastruktur umgezogen. In unserem Interview mit Morotai erfahrt ihr alle Details zur Migration und zur Belastungsprobe bei DHDL.

Auch bei der internationalen Buchungsplattform der Deutschen Hospitality waren einige Anpassungen notwendig. Bei diesem Projekt wurde die bisherige physische Infrastruktur komplett abgelöst und die CMS-Software für die Cloud vorbereitet. Nach nur einem Monat profitierte die Online-Plattform von einer erhöhten Performance, Skalierbarkeit und Ausfallsicherheit. Hier geht’s zur komplette Deutsche Hospitality Case Study.

Refactor bzw. Re-architect

Die komplette Anwendung wird neu programmiert und ist damit die zeitaufwendigste Strategie. Sie wird meist dann gewählt, wenn die existierende Lösung nicht mehr zu den zukünftigen Anforderungen passt.

Die Strategie in der Praxis

Diese Strategie kam bei unserem Kunden Staffcloud zum Einsatz. Die bisherige Software basierte auf veralteten Technologien und kam bei der Skalierbarkeit bereits an ihre Grenzen. Daher entschied sich das Unternehmen für eine komplette Neuentwicklung. Aufgrund hoher Ansprüche an Skalierbarkeit und Verfügbarkeit wurde die neue Software direkt in der AWS-Cloud aufgesetzt. Trotz der hohen Anforderungen konnten Kosten eingespart werden. Mehr könnt ihr im Interview mit Staffcloud nachlesen.

Repurchase/ Retire/ Retain

Mit diesen drei Strategien haben wir in unserem Arbeitsalltag wenig Berührungspunkte und erklären diese daher nur kurz.

Repurchase

In diesem Fall wird die Anwendung durch eine neu ersetzt, d.h. nur die Daten müssen migriert werden. Die alte Anwendung wird nicht mehr gebraucht. In diese Kategorie fallen z.B. Händler sie sich von ihrem Magento-Shopsystem verabschieden und zu Shopify, einem SaaS Shopsystem in der Cloud, wechseln. Sie haben in der Regel nicht so hohe Anforderungen an das Hosting.

Retire

Anwendungen die nicht mehr benötigt werden und daher außer Betrieb genommen werden.

Retain

Das Unternehmen entscheidet eine bestimmte Anwendung noch nicht zu migrieren. Dies wird zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal überprüft.

Fazit

Es führen viele Wege in die Cloud. Welche Route für dich die Beste ist, ermitteln wir in einer ersten, kostenfreien Analyse. Kontaktiere uns für ein persönliches Beratungsgespräch!

Update vom 25.03.2019

In der ersten Version des Beitrags haben wir für die einzelnen Strategien die Begrifflichkeiten von Gartner (basierend auf den 5 R’s) verwendet. Jetzt haben wir den Beitrag mit den AWS-Begrifflichkeiten basierend auf den 6 R’s aktualisiert.

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